Das Blogkarussell

4. August 2017Ina
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Irgendwann in einer dieser schlaflosen Nächte – ich weiß nicht mehr genau, welche es war – kam mir die Idee, eine Kolumne zu schreiben. Sie ließ mich nicht mehr los, so wie all die B-Wörter, die in meinem Kopf herumschwirren momentan. B steht für Blog, das große Thema, das mich als Neu-Bloggerin ständig beschäftigt. Ich habe das Gefühl, an nichts mehr anderes denken zu können. Und wenn ich meine Gedanken in eine neue Richtung lenke, finden sie doch auf dem einen oder anderen Weg dorthin zurück. Es ist wie ein Blogkarussell, das dich nicht mehr loslässt. Sobald du auf eines dieser Plastikpferde gestiegen bist, dreht es sich und dreht sich immer weiter. Du fragst dich, ob es schlimm ist, nicht mehr da rauszukommen, ob es die richtige Entscheidung ist, sich einfach mitreißen zu lassen…

Wer selbst bloggt, weiß, wovon ich spreche: Sobald man einen Blog beginnt, stürzt man sich voller Euphorie in die Arbeit. Man fotografiert, man schreibt, man liest, man netzwerkt… Irgendwann beschäftigt man sich nur noch damit. Alles ist aufregend, alles ist neu. – Gut, man hat vielleicht noch nicht den Erfolg oder die Leserzahl, die man sich wünscht. Aber man ist erstmal ganz optimistisch: Man glaubt an seine Vision, man möchte immer weiter vorankommen und jeden einzelnen Tag dafür nutzen. Man möchte die Ärmel hochkrempeln, es brennt einem geradezu unter den Fingernägeln. Also los, an die Arbeit! Weiterlesen, weiterlernen, weiterposten! – Bei all dem Fleiß schleicht sich dann aber doch ein Gefühl ein… Das Gefühl, nur langsam Fortschritte zu machen. Ich denke dann etwa: „Die Bilder sind schon besser geworden, aber noch nicht so, wie ich sie wirklich haben will.“ Ich klicke mich durch Blogs der Szene und erstarre geradezu vor Erfurcht und Neid. So viele Follower! So schöne Fotos! So ein cooles Desgin! – Ich kehre auf meine eigene Seite zurück und bin erstmal ernüchtert. Es sind schwache Momente, in denen ich ein wenig meiner Zuversicht verliere. Werde ich es wirklich schaffen, meine Ziele zu erreichen? Gibt es nicht eine Million Blogs, die hoffnungsvoll begannen und doch am Ende scheiterten? Wird mein Blog einer dieser Blogs sein, die mit einem letzten, unscheinbaren Post sang- und klanglos untergehen?

Als Blogger beschäftigen einen immer Selbstzweifel. Sogar die ganz Großen berichten davon. Es hört nie auf. Und es ist schwer, dem Zweifel nicht nachzugeben, gerade wenn man sich mit anderen vergleicht. Die Bloggerszene ist nunmal nicht mehr das, was sie noch vor zehn Jahren war. Sie hat sich im Laufe der Zeit stark professionalisiert. Heute reicht es nicht, sich mit Themen wie Fotografie nur auseinanderzusetzen, sich nur zu verbessern. Nein – man muss ein geradezu professionelles Niveau darin erreichen. Man ist starkem Druck ausgesetzt und neigt besonders in der Anfangszeit dazu, sich klein zu machen. Auch das erhoffte Feedback bleibt zunächst aus. Es kommen kaum Kommentare und die Zahl der Follower steigt nur gemächlich an. Man hat das Gefühl, sich auf den Kopf zu stellen – und nichts passiert. Das Blogkarussell dreht sich weiter, man macht irgendwie weiter, will den Mut nicht verlieren und ist dennoch ernüchtert.

Auf die große Euphorie folgt der große Dämpfer. Ein Trost: Das ist ganz normal! Viele Blogger berichten davon und wohl niemand kann ehrlich behaupten, mit seinem Blog über Nacht erfolgreich geworden zu sein. Es braucht Zeit, es braucht Arbeit und es braucht Durchhaltevermögen. So versuche ich mir selbst immer wieder Mut zu machen. – Wenn ich es schaffe, den Mut nicht zu verlieren und weiterzumachen, habe ich schon viel erreicht. Ich stehe dann jedoch noch vor einer weiteren Herausforderung: Wie schaffe ich es, mich in der ganzen Arbeit für den Blog nicht zu verlieren? Wie kann ich erreichen, dass sich das Blogkarussell langsamer dreht, dass ich nicht meine ganze Zeit nur noch darein investiere und vergesse, mein „normales“ Leben zu leben? Dazu habe ich mir viele Gedanken gemacht und für mich selbst 5 Regeln definiert, die mir helfen sollen, und zwar in zweierlei Hinsicht:

  1. Ich will den Mut nicht verlieren. Ich möchte meinen Blog durch die schwierige Anfangszeit führen und mich nicht von Selbstzweifeln klein machen lassen.
  2. Ich möchte den Blog in mein Leben integrieren. Ich möchte ihm viel Zeit widmen, dabei aber nicht vergessen, dass es noch ein Leben außerhalb des Blogs gibt.

 

Erfolgreich einen Blog starten

 


Regel Nr. 1: Mache keine Äpfel-Birnen-Vergleiche

Es tut nicht gut, sich immer mit den Topbloggern der Branche zu vergleichen. Man fühlt sich automatisch schlecht, wenn man ihre perfekten Bilder sieht, ihre schwindelerregend hohe Followerzahl, ihre tausendfachen Repins und Shares. Es tut nicht gut und es ist auch nicht sinnvoll. Hinter erfolgreichen Blogs steckt nämlich vor allem eines: Jahrelange Arbeit. Wer sich bei den Topleuten mal bis nach ganz hinten in der Bloghistorie durchklickt, ist oft überrascht, wie sie anfangen haben. Sie waren auch nicht von Beginn an perfekt! Ganz im Gegenteil… Wenn du also einen vergleichsweise jungen Blog hast, solltest du nicht erwarten, dass alles gleich so perfekt ist wie bei den Profis. Erinnere dich selbst immer wieder daran: Die sind mir um Jahre voraus. Kein Wunder, dass ich noch nicht so weit bin. Aber mit viel Engagement und Ärmelhochkrempeln kann ich es auch schaffen.


Regel Nr. 2: Lerne durch neutrale Analyse

Sich nicht direkt mit den Profis zu vergleichen, soll nicht bedeuten, dass man deren Blogs nicht lesen soll. Ganz im Gegenteil! Wie Erfolg geht, lernt man am besten von Leuten, die Erfolg haben. Nimm dir die Topleute also als Vorbild, statt auf sie neidisch zu sein. Lies so oft es geht ihre Beiträge und schaue dir ihre Seiten ganz in Ruhe an. Frage dich neutral und analytisch: Weshalb ist dieser Blog so erfolgreich? Wieso entfalten die Bilder eine solche Wirkung? Wie ist das Design aufgebaut? Was ist das Geheimnis des Erfolgs? – Deine Antworten auf diese Fragen kannst du dann direkt in deinem eigenen Blog umsetzen. Das klingt vielleicht, als wollte ich zu dreisten Kopierereien aufrufen. Aber: Sich von erfolgreichen Menschen das eine oder andere abzugucken, ist nicht verboten. Vermutlich haben die es sogar genauso gemacht.


Regel Nr. 3: Hab Geduld

Die meisten Blogger berichten, dass die Anfangszeit hart war. Dass es erstmal Jahre gebraucht hat, bis die ganze Arbeit so langsam Früchte trug. Dass sie mehr als einmal kurz davor waren, aufzugeben. Und dennoch: Sie sind dabei geblieben und irgendwann hat es sich ausgezahlt. Ich bin davon überzeugt: Man erntet, was man säht. Sähe weiter und glaube an deine Idee.


Regel Nr. 4: Mach dir bewusst, was du schon alles erreicht hast

Oft fällt einem selbst gar nicht auf, wie weit man sich schon entwickelt hat. Man ist so in der Arbeit versunken, dass eine Art „Blogblindheit“ entsteht und man die eigenen Fortschritte nicht als solche wahrnimmt. Es hilft dann, den Blog immer wieder Freunden zu zeigen. Sie sehen Dinge, die einem selbst gar nicht aufgefallen sind. Und häufig zeigen sie sich überrascht: „Wow. Das sieht ja toll aus. Deine Fotos sind viel besser geworden!“ Es tut nicht nur gut, sowas zu hören. Es zeigt einem auch, dass man stolz sein sollte auf jeden Fortschritt und jede noch so unscheinbare Weiterentwicklung.


Regel Nr. 5: Bei aller Blogliebe – Mach auch mal ne Pause

Wie bei allen großen neuen Projekten, die man voller Elan angeht, läuft man auch beim Bloggen Gefahr, sich darin zu verrennen. Sich zu sehr reinzusteigern, sich keine Freizeit mehr zu gönnen, die nicht dem Blog gewidmet ist. Dabei ist es für deine Kreativität viel besser, mal Abstand zu nehmen. Auch gedanklich! Ich weiß, wie schwer das ist (ich hab es ja oben beschrieben…). Dennoch sollte man versuchen, sich selbst Freiräume zu schaffen, sich auf andere Gedanken und andere Gesprächsthemen einlassen.

Die Herausforderung besteht darin, die richtige Balance zwischen dem Blog und dem Leben (außerhalb des Blogs) zu finden: Auf der einen Seite ist ein Blog nunmal viel Arbeit und du solltest dich auch nicht scheuen, sie auf dich zu nehmen, wenn du Erfolg haben möchtest. Von nichts kommt schließlich nichts. Auf der anderen Seite gibt es noch andere Dinge, die du tun musst und tun möchtest. Nimm dir auch dafür Zeit! (Im Übrigen: Neue Blogideen kommen oft ganz unverhofft, während man gerade anderes erledigt 😉


OK, das waren soweit meine Tipps und Ideen. Wenn ihr noch mehr Vorschläge habt, wie man es durch die schwierige Anfangszeit als Blogger schafft, würde ich mich freuen, sie zu hören!

Eure Ina

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2 Comments

  • Nadine

    4. August 2017 at 16:46

    Und jetzt verrate ich dir etwas: ich kann nur für mich, nicht für andere Blogger sprechen, aber an all diese Regeln muss auch ich mich immer noch halten, um das Wichtigste nicht aus den Augen zu verlieren 🙂

    Setz deine Freude am Bloggen an die allererste Stelle, mach es für dich, nicht für Erfolge! Dann erfüllt es seinen Zweck schon und wer weiß, was mal draus wird?! Ich jedenfalls hätte 2011, als ich angefangen hab, nicht mal ansatzweise mit dem gerechnet, was ich heute so mache! 🙂

    Also, hab ganz viel Spaß, der Rest kommt dann von alleine <3

    Grüße, Nadine

    1. Ina

      4. August 2017 at 17:58

      Hallo Nadine!

      Schön, dass du schreibst, freut mich 🙂 Da hast du natürlich völlig recht, der Spaß am Bloggen sollte an erster Stelle stehen. Ist vielleicht etwas untergegangen! 😀

      Was ich mit Erfolg aber meinte, war eher sich eine Community aufbauen, Leser mit seinen Beiträgen begeistern, sich austauschen. Eben das, was man sich als Blogger so wünscht, und was ein bisschen Zeit braucht, sich zu entwickeln.

      Ich wollte einfach den Anfängern ein bisschen Mut machen, sich den Spaß am Bloggen nicht nehmen zu lassen. Selbst wenn man erstmal wenig Leser hat oder das Gefühl, dass die ganze Arbeit, die so ein Blog ja auch bedeutet, nicht so richtig wahrgenommen wird… Diese Schwierigkeiten begleiten einen wohl länger, selbst wenn man schon ein alter Hase ist 😉

      Grüße,
      Ina

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