Kauraleipä – Finnisches Haferbrot (+ mein Insta-Update)

23. Januar 2018Ina
Blog post

Habt ihr schonmal finnisches Brot gegessen? Sehr bekannt ist ja das typisch finnische Roggenbrot „Ruisleipä“, das ringförmig und mit einem Loch in der Mitte gebacken wird. Es ist recht schwer, doch viele Finnen lieben es so sehr, dass sie es sich sogar per Post ins Ausland schicken lassen, wenn sie verreist sind. Sehr beliebt sind auch Haferbrote, da sie einen besonderen, leicht süßlichen Geschmack haben. An ein solches Haferbrot Rezept, dem so genannten „Kauraleipä“, habe ich mich neulich mal rangetraut…

 

Haferbrot

 

Das Kauraleipä wird am besten aus ganzen Haferkörnern hergestellt, die man selbst zunächst schrotet und dann zu feinem Vollkornmehl mahlt. Ich verwende dazu eine elektrische Mühle, nämlich die Getreidemühle für meine Kenwood Cooking Chef* die sich für alle Getreidesorten, und auch zum Mahlen von Hülsenfrüchten oder Kräutern eignet. Da ganze Haferkörner sehr hart sind, sollte man in jedem Fall eine elektrische Mühle mit viel Power verwenden und den Mahlvorgang in mehreren Schritten durchführen: Zunächst bei grober Einstellung mahlen, dann immer feinere Einstellungen wählen, bis man schließlich ein feines Vollkornmehl erhält.

Dieses Hafermehl wird noch durch dieselbe Menge Dinkelmehl (oder Weizenmehl, wenn du möchtest) ergänzt. Hier ist es sinnvoll, ein eher helles Mehl zu wählen, damit das Brot nicht zu schwer wird. Und ein letzter Tipp: Das Haferbrot schmeckt am besten, wenn es noch ganz frisch ist, also am Backtag selbst oder einen Tag später. Man kann es toll zu mildem Käse oder Wurst essen. Besonders gut harmoniert Zuckerrübensirup mit dem feinen Hafergeschmack. 😉

 

Haferbrot

 

Bevor wir aber zum Rezept kommen, gibt es von mir noch ein kleines Instagram-Update. Bestimmt haben viele von euch den Beitrag von #WDR360  auf Facebook gesehen, in dem gezeigt wird, wie einfach man bei Instagram Geld verdienen kann: Und zwar mit allem, was fake ist. Fake-Follower, Fake-Likes, Fake-Bilder und Fake-Kommentare. Die kann man sich für vergleichsweise wenig Geld kaufen. Wer dann erstmal 20.000 Follower hat, wirkt direkt attraktiver auf Firmen und Kunden, die nach Kooperationspartnern suchen und sich eine hohe Reichweite für ihre Produkte erhoffen. Dass die allermeisten dieser vorgeblichen Follower gar keine echten Menschen, sondern Bots sind, scheint bei vielen Unternehmen noch nicht angekommen zu sein. Es zählt lediglich der schöne Schein, die große Zahl, die gar nicht genug Nullen haben kann.

In der Blogger-Branche sind diese Dinge natürlich längst bekannt. Ich bin schon skeptisch, wenn ein mäßig bekannter Backblog innerhalb weniger Minuten 5.000 Likes auf ein Kuchenfoto bekommt. Ich kenne die Tricks der Leute, die für den schönen Schein zu allem bereit sind. Das müssen auch nicht immer gleich gekaufte Follower sein. Schon das Posten von Bildern, die man nicht selbst gemacht hat, empfinde ich persönlich als Betrug. Ich kenne zum Beispiel jemanden auf Instagram, der häufig Bilder von Pixabay postet (das ist eine Plattform, auf der man sich kostenlose Fotos ohne Urheberrecht herunterladen kann). Als Blogger kennt man diese Bilder, auch wenn man sie nicht selbst nutzt. Die breite Masse der Instagram-User kennt sie aber nicht und hält sie für das Werk desjenigen, der sie postet. Solche Bilder als seine eigenen auszugeben und sich dann noch Komplimente dafür machen lassen – für mich das allerletzte.

Aber so ist nun einmal der Markt. Und viele fallen nur allzu bereitwillig darauf herein. Ich hoffe einfach nur, dass es auch noch genug ehrliche Leute da draußen gibt. Besonders optimistisch bin ich da allerdings nicht. 🙁 Was denkt ihr darüber? Schreibt mir gerne eure Meinung, das würde mich sehr interessieren.

Hier nun endlich mein Haferbrot Rezept:

 

Rezept drucken

Kauraleipä - Finnisches Haferbrot

Traditionelles finnisches Haferbrot Rezept mit geschrotetem Hafer und Dinkelmehl. Durch den Hafer ist das Brot gesund, nährstoffreich und schmeckt leicht süßlich, obwohl es auch wunderbar herzhaft kombiniert werden kann. Fertig in: etwa 6 Stunden, 43 Minuten.

Zutaten

Für den Hauptteig

  • 350 g Haferkörner, ganz
  • 350 g Dinkelmehl, Type 630
  • 30 g Hefe, frisch
  • 400 ml Wasser, lauwarm
  • 1,5 TL Salz
  • 1 EL Honig
  • etwas Roggenmehl, zum Verarbeiten

Zubereitung

Vorbereiten

  • 1)

    Die ganzen Haferkörner mit einer elektrischen Mühle schroten. Da Hafer sehr hart ist, sollte man zunächst mit einer groben Einstellung anfangen und dann immer feiner mahlen, bis Vollkornmehl entstanden ist. Dazu sind je nach Mühle etwa 4-8 Mahlvorgänge nötig.

  • 2)

    Ist der Hafer fertig gemahlen, diesen mit 350 g Dinkelmehl, sowie dem Salz vermischen. Hefe und Honig im lauwarmen Wasser auflösen, die Mehl-Salz-Mischung dazugeben und alles in der Küchenmaschine zu einem eher festen Teig verkneten: etwa 10 Minuten auf langsamer, und 1 Minute auf schneller Stufe. Am Ende sollte sich der Teig vollständig vom Schüsselrand lösen.

  • 3)

    Die Schüssel mit einem Küchentuch abdecken und 1 Stunde bei Raumtemperatur stehen lassen.

Weiterverarbeiten

  • 1)

    Den Teig auf die bemehlte Arbeitsfläche geben und mit den Händen nocheinmal durchkneten. Zu einer Kugel formen und mit dem Schluss nach unten in einen bemehlten Gärkorb setzen. Mit einem Tuch bedecken und etwa 45 Minuten lang gehen lassen.

  • 2)

    In der Zwischenzeit den Ofen auf 250 Grad Ober-Unterhitze vorheizen. Auf dem Boden eine Form mit Wasser miterhitzen, sodass Wasserdampf entsteht.

Backen

  • 1)

    Das Haferbrot auf ein Backblech stürzen und in den Ofen auf die zweite Ebene von unten einschieben. 10 Minuten anbacken, dann den Ofen weit öffnen, um den Dampf abzulassen. Zu diesem Zeitpunkt sollte die Kruste schon gut aufgerissen sein. Die Form entfernen, Ofen wieder schließen und Temperatur auf 200 Grad reduzieren. Das Brot noch weitere 50 Minuten backen und im Anschluss auf einem Gitterrost vollständig auskühlen lassen.

Tipps

Das Haferbrot schmeckt am besten sehr frisch und hält sich nicht so lange wie andere Brote. Es sollte schnell verzehrt werden!

Allgemein: Diese Rezeptkarte kannst du ausdrucken oder während der Zubereitung am Bildschirm geöffnet lassen. Wenn du eine Zutat hinzugefügt oder einen Zubereitungsschritt erledigt hast, klicke auf das Kästchen davor und die Zutat/der Zubereitungsschritt wird durchgestrichen. So kannst du immer direkt sehen, was du schon erledigt hast.

 

Haferbrot

 

4 Comments

  • Jana

    24. April 2018 at 08:40

    Wow, das Brot sieht richtig lecker aus. Ich mag selbstgebackenes Brot unnglaubich gerne und werde dieses Rezept auch einmal ausprobieren.

    1. Ina

      25. April 2018 at 18:13

      Hallo Jana! Danke für deinen Kommentar! Ich hoffe, das Brot gelingt dir 🙂 Viele Grüße, Ina

  • Kirsten

    17. Oktober 2018 at 18:31

    Hallo, vielen Dank für deine wirklich sehr schöne und informative Seite mit vielen spannenden Rezepten!
    Leider ist mein erster Versuch dieses Brot zu backen nicht besonders erfolgreich verlaufen, ist ein ziemlich harter Klumpen geworden, obwohl ich mir sogar extra ein Gärkörbchen besorgt habe. Irgendwie ist es auch nicht wirklich aufgegangen in den 45 min. im Körbchen, ich hätte vielleicht einfach noch länger warten sollen, habt mich aber dummerweise strikt an die Vorgaben gehalten wahrscheinlich ist es in meiner Küche auch schlichtweg zu kalt gewesen… Ich werd`s einfach nochmal probieren allerdings wollte ich vorher noch gerne wissen, wie die angegebene Arbeitszeit von über 6 Stunden zusammen kommt, da ich eher auf höchstens 4 komme.
    Ich hoffe es gibt auch weiterhin leckere Rezeptideen,
    liebe Grüße Kirsten

    1. Ina

      17. Oktober 2018 at 17:44

      Hallo Kirsten!
      Vielen Dank für deinen Kommentar. Es freut mich, dass dir meine Seite gefällt. Schade, dass es mit dem Brot nicht so geklappt hat! Aber ich kann dir sagen, meine ersten Brotversuche waren bestimmt noch viel misslungener als deine. 😀 Ich glaube, beim Brotbacken ist es einfach viel Übung und Erfahrung, die zu einem gut gelungenen Brot führen. Ein Rezept kann ja auch nur das wiedergeben, was beim Ersteller selbst funktioniert hat… Aber lass dich nicht entmutigen! Irgendwann findest du dir für dich perfekten Mengenverhältnisse und Gehzeiten. Bis dahin einfach immer weiter probieren 😉
      Liebe Grüße, Ina

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